SCHNEEGRENZE 

2016

INSTALLATION AGLOE, DOCK, BASEL

ISOLATIONSPLATTEN, GIPSPLATTEN, STAHLGESTELL, FOTOPRINTS

 

  • I+I TEXT

    In der Reihe Artists' Window zeigen die Künstlerinnen Catrin Lüthi K, Monika Rechsteiner und der Künstler Tobias Nussbaumer explizit für die Schaufenster des DOCK geschaffene Arbeiten unter dem Ausstellungstitel "Agloe". Die drei Künstler spielen in ihren drei realen Installationen mit Illusion und Fiktion. Entstanden sind greifbare Sehnsuchtsorte, theatrale Architekturen und bildhafte Szenerien.

    „Agloe“, der Titel der Ausstellung, bezieht sich auf den fiktiven Ort gleichen Namens, in dem sich Vorstellungskraft und Wirklichkeit durchkreuzen.[1] Die drei Installationen arbeiten bewusst mit der Imagination der Betrachtenden und lassen in der Verflechtung von Fiktion und Realität neue Räume entstehen.

    Catrin Lüthi K interessiert sich für Landschaften als modellhafte Stücke von etwas Grösserem, an denen gesellschaftliche Veränderungen sichtbar werden. Vom städtischen Aussenraum des DOCKs aus betrachtet, präsentiert sich die Installation „Schneegrenze“ (2016) aus der Ferne zunächst als eine weisse Fläche, die an eine grossformatige, reduzierte Landschaftszeichnung erinnert. Die Fensterscheibe wurde mit einem opaken, lichtdurchlässigen Anstrich versehen – nur eine unregelmässige, ausgesparte Horizontlinie gewährt als Sehschlitz Durchsicht ins DOCK. Treten die Passanten näher ans Fenster, erblicken sie im Innern Fragmente einer imaginären Landschaft: Kantige Isolationsmaterialien aus dem Baumarkt, deren Farbe und Form an Eisschollen erinnern, evozieren im Zusammenspiel mit fotografischen Detailaufnahmen von Schneeflecken und Felsoberflächen die Vorstellung einer Gletscherlandschaft. Mit dem bewussten Einsatz von künstlichen Materialien und dem Nebeneinander von konträren Oberflächen, erzeugt Catrin Lüthi K in ihrer Arbeit ein optisches wie auch inhaltliches Spannungsfeld. Gletscher verkörperten im 18. Jahrhundert das Erhabene und die unbezwingbare Natur. Heute sind sie mit ihrem langsamen Verschwinden Indikatoren für den Fortschritt der globalen Erderwärmung – massgeblich verursacht durch den Erdölverbrauch – dem Grundstoff aus dem die verwendeten Materialien der Installation „Schneegrenze“ bestehen.

    [1] In den 1930er Jahren zeichneten die Kartografen Otto G. Lindberg und sein Assistent Ernest Alpers den aus den Anfangsbuchstaben ihrer Namen gebildeten Ortsnamen an einer Strassenkreuzung in den Catskill Mountains (USA) ein. Dieser erfundene Ort sollte ihnen helfen Plagiate ihrer Karte zu erkennen. Nachdem im Laufe der Zeit viele Menschen das nur auf der Landkarte existierende Städtchen gesucht hatten, errichtete ein findiger Mensch an dieser Stelle im Nirgendwo den „Agloe General Store“. Wer heute danach sucht, entdeckt nichts mehr, das den Namen Agloe trägt: Auf den neusten Karten ist nichts mehr eingezeichnet und der Laden ist längst abgerissen. Trotzdem ist Agloe, die „paper town“ – wie man solche kartographischen Finten bezeichnet, nicht verschwunden, sondern lebendiger denn je. Agloe ist ein Sehnsuchtsort, den tausende von Jugendlichen (auf)suchen auf den Spuren der Hauptfigur des gleichnamigen Romans von John Green. Sie alle finden – davon zeugen unzählige Fotos und Videoclips im Netz – an den unterschiedlichsten Punkten das, was wir alle suchen: Einen Ort, den es nur in unserer Vorstellung gibt. Eveline Schüep / Simone Flüeler

     

     

FLOORLINE 

2014

INSTALLATION MIT SABINE TRÜB, KUNSTRAUM AARAU

HOLZBRETTER, BIFIDUS FENSTERÜBERZUG

 

  • I+I TEXT

    Als Material dienten Bretter, die durch ihre mehrfache, vorgängige Verwendung auch durch andere Künstler  kunsthistorisch bereits aufgeladen sind : Ugo Rondinone im Aargauer Kunsthaus, Sabine Trüb ebda., Timo Ullman/Marco Baltisperger.

     

    „Entstanden ist aus diesem simplen, aber keineswegs banalen Material eine Ausstellung, die uns durch installative Interventionen die Details des Umraumes und die gegebenen Raumzeichnungen bewusst wahrnehmen lässt. Anstatt sich auf die Wände oder die Mitte des Raumes zu konzentrieren – wie man es sich bei Ausstellungen gewohnt ist – fokussieren sich die Werke der beiden Künstlerinnen auf die Löcher, die Türen und Fenster, die normalerweise entweder freigelassen oder – im Falle der Fenster – negiert und abgedeckt werden. Und wo es keine solchen Löcher gibt, die Räume oder Innen und Aussen verbinden, schaffen die beiden kurzerhand Abhilfe und kreieren einen aus der Wand ragenden Holzkanal, der unseren Blick an ungewohnter Stelle nach draussen geleitet.(..) Die gezielt gesetzten Raumeingriffe tippen quasi unsere Rezeption an, führen sie in eine bestimmte Richtung und lassen uns unsere eigene Wahrnehmung gezielt bemerken und sie nicht zuletzt geniessen. So vermögen es die Künstlerinnen das Ein- und Austreten in den und aus dem Raum zu einem bewussten Akt werden zu lassen. Ähnliches geschieht bei der Sicht auf und durch die Fenster: Der Blick muss sich seinen Weg nach draussen erst bahnen. Aufgrund der Irritation, des Hindernisses durch die im Gleichgewicht gehaltenen Bretter und die partiell mit Bifidus bearbeiteten Scheiben wird er immer wieder auf das Innen zurückverwiesen. So wird der Blick auf die Fenster vorsätzlich als visueller ‚Schritt’, als Schwelle, wenn man so will, und als Akt, der aussen und innen verbindet, inszeniert.“ Alessa Panayiotou

     

GLETSCHER 

2014

ON THE ROCKS, INSTALLATION IN DER KUNSTHALLE LUZERN

VERSCHIEDENES PLATTENMATERIAL AUS DEM BAUMARKT, FOTOPRINTS

  • I+I TEXT

    [Alessa Panayiotou.…Die Idee zu einer Ausstellung über das Phänomen Gletscher entstand durch die Nachbarschaft der Kunsthalle zum Gletschergarten Luzern. Während im Gletschergarten die geographisch-glaziologische Ausstellung „Gletscher der Welt“ zu sehen ist, setzen sich Luigi Archetti und Catrin Lüthi K in der Kunsthalle durch speziell geschaffene Werke in der ihnen eigenen künstlerischen Weise mit den massiven Eisschildern auseinander….Catrin Lüthi K nähert sich unserem diffusen Bild der Gletscher dadurch, dass sie mittels gezielter Anordnung von Materialfragmenten ihren eigenen Gletscher konstruiert. Dabei betrachtet die Künstlerin den Gletscher nicht in seiner Gesamtheit – wie er beispielsweise auf den weit verbreiteten Flugaufnahmen wahrnehmbar ist – sondern stellt sich vor, wie er sich präsentiert, wenn man drin stehen würde und von den einzelnen Bestandteilen, der Rohheit dieses Naturphänomens, umgeben ist. Dabei verwendet sie Materialien, die untrennbar mit der Zivilisation verbunden sind und sich grösstenteils in anorganischer Form präsentieren. Die Natürlichkeit des realen Gletschers steht der Künstlichkeit von Lüthis Installation gegenüber. Zusätzlich handelt es sich bei den verwendeten Baustoffen teilweise um Isolationsmaterial – Material, das konserviert, erhaltet, aber vor allen Dingen eine wärmende Funktion inne hat. Wird der Gletscher erwärmt oder handelt es sich um eine Anspielung auf Versuche, den Gletscher mit künstlichen Materialien länger zu erhalten? Die unterschiedlichen Materialitäten, Oberflächen, Formen, Glanz- und Lichtspiele sowie die reduzierten Farben, die von der Künstlerin verwendet werden, schärfen unsere Wahrnehmung für Details, Feinheiten und Strukturen: Ein Gletscher besteht schliesslich mitnichten lediglich aus einheitlicher, weisser Masse, sondern setzt sich zu einem grossen Teil aus Spuren zusammen, die im Laufe der Zeit hinterlassen wurden. Spuren bilden auch einen wichtigen Bestandteil von Lüthis Gletscher – seien es Spuren, die andere vor ihr auf dem rezyklierten Material verursacht haben oder von der Künstlerin selbst platziert wurden….Zudem kombiniert sie die dreidimensionalen Gletscherteile mit Fotografien, die formal und durch das Motiv weiteren Gedankenspielraum eröffnen…]

     

DER GLETSCHER KALBERT

PERFORMANCE MIT SABINE TRÜB IN DER INSTALLATION GLETSCHER,

ON THE ROCKS, KUNSTHALLE LUZERN, FEBRUAR 2014

GEGEN ENDE DER AUSSTELLUNG LEGEN WIR HAND AN DEN GLETSCHER UND INSTALLIEREN IHN NEU. ANSCHLIESSEND MUSIKPERFORMANCE VON LUIGI ARCHETTI


>FILM – INSTALLATION GLETSCHER

  • I+I TEXT

    In der Reihe Artists' Window zeigen die Künstlerinnen Catrin Lüthi K, Monika Rechsteiner und der Künstler Tobias Nussbaumer explizit für die Schaufenster des DOCK geschaffene Arbeiten unter dem Ausstellungstitel "Agloe". Die drei Künstler spielen in ihren drei realen Installationen mit Illusion und Fiktion. Entstanden sind greifbare Sehnsuchtsorte, theatrale Architekturen und bildhafte Szenerien.

    „Agloe“, der Titel der Ausstellung, bezieht sich auf den fiktiven Ort gleichen Namens, in dem sich Vorstellungskraft und Wirklichkeit durchkreuzen.[1] Die drei Installationen arbeiten bewusst mit der Imagination der Betrachtenden und lassen in der Verflechtung von Fiktion und Realität neue Räume entstehen.

    Catrin Lüthi K interessiert sich für Landschaften als modellhafte Stücke von etwas Grösserem, an denen gesellschaftliche Veränderungen sichtbar werden. Vom städtischen Aussenraum des DOCKs aus betrachtet, präsentiert sich die Installation „Schneegrenze“ (2016) aus der Ferne zunächst als eine weisse Fläche, die an eine grossformatige, reduzierte Landschaftszeichnung erinnert. Die Fensterscheibe wurde mit einem opaken, lichtdurchlässigen Anstrich versehen – nur eine unregelmässige, ausgesparte Horizontlinie gewährt als Sehschlitz Durchsicht ins DOCK. Treten die Passanten näher ans Fenster, erblicken sie im Innern Fragmente einer imaginären Landschaft: Kantige Isolationsmaterialien aus dem Baumarkt, deren Farbe und Form an Eisschollen erinnern, evozieren im Zusammenspiel mit fotografischen Detailaufnahmen von Schneeflecken und Felsoberflächen die Vorstellung einer Gletscherlandschaft. Mit dem bewussten Einsatz von künstlichen Materialien und dem Nebeneinander von konträren Oberflächen, erzeugt Catrin Lüthi K in ihrer Arbeit ein optisches wie auch inhaltliches Spannungsfeld. Gletscher verkörperten im 18. Jahrhundert das Erhabene und die unbezwingbare Natur. Heute sind sie mit ihrem langsamen Verschwinden Indikatoren für den Fortschritt der globalen Erderwärmung – massgeblich verursacht durch den Erdölverbrauch – dem Grundstoff aus dem die verwendeten Materialien der Installation „Schneegrenze“ bestehen.

    [1] In den 1930er Jahren zeichneten die Kartografen Otto G. Lindberg und sein Assistent Ernest Alpers den aus den Anfangsbuchstaben ihrer Namen gebildeten Ortsnamen an einer Strassenkreuzung in den Catskill Mountains (USA) ein. Dieser erfundene Ort sollte ihnen helfen Plagiate ihrer Karte zu erkennen. Nachdem im Laufe der Zeit viele Menschen das nur auf der Landkarte existierende Städtchen gesucht hatten, errichtete ein findiger Mensch an dieser Stelle im Nirgendwo den „Agloe General Store“. Wer heute danach sucht, entdeckt nichts mehr, das den Namen Agloe trägt: Auf den neusten Karten ist nichts mehr eingezeichnet und der Laden ist längst abgerissen. Trotzdem ist Agloe, die „paper town“ – wie man solche kartographischen Finten bezeichnet, nicht verschwunden, sondern lebendiger denn je. Agloe ist ein Sehnsuchtsort, den tausende von Jugendlichen (auf)suchen auf den Spuren der Hauptfigur des gleichnamigen Romans von John Green. Sie alle finden – davon zeugen unzählige Fotos und Videoclips im Netz – an den unterschiedlichsten Punkten das, was wir alle suchen: Einen Ort, den es nur in unserer Vorstellung gibt. Eveline Schüep / Simone Flüeler

     

     

 

WINTERLAGER 

JETZT KUNST / BERN 2014 
INSTALLATION AUS 200 LIEGEPRITSCHEN 
IM FREIBAD MARZILI, BERN

CA.  100 m2 / H 4.30M

 

  • I+I TEXT

    Für die insitu Installation auf dem grossen Gelände des Freibades Marzili wird ausschliesslich ortsspezifisch vorhandenes Material verwendet. Liegeroste aus Holz sind ein charakteristisches Merkmal dieses alten Stadtbades. Nach der Badesaison werden sie jeweils weggeräumt und zum Überwintern in den offenen Kabinenbauten gelagert. Auf diesem Hintergrund basierend liefern die Liegeroste das Baumaterial für ein grosses, freistehendes „Kartenhaus“, das sogenannte Winterlager. Die horizontale Reihung von aus immer gleichen Giebelgehäusen bildet das Raumkonzept, das sich teilweise über drei Etagen ausdehnt. Die einfache Rasterarchitektur basiert auf einem Dreiecks- Konstruktionsprinzip, frei gelassene Korridore und querläufige Reihen bilden vielschichtige Blickrichtungen. Die offenen Innenräume weisen menschliche Masse auf. Sie könnten als Unterschlupf dienen. Der Name Winterlager bleibt mehrdeutig und erlaubt Assoziationen. 

LICHTKÖRPER 

2013
INSTALLATION IM VORZIMMER, OG9, ZÜRICH 
LUFTPOLSTERFOLIE, DACHLATTEN, NEONLEUCHTEN

WÄHREND EINES JAHRES FINDET IM OG 9 ALLE DREI WOCHEN EINE EINZELAUSSTELLUNG STATT. EINGELADENE KÜNSTLER / INNEN REAGIEREN DABEI AUF DIE IM RAUM KUMULIERTEN ARBEITEN DER VORHERGEHENDEN INTERVENTIONEN. VORZIMMER IST EIN PROJEKT VON SUSANNE HOFER, GEORGETTE MAAG UND REGULA SPÖRRI IM RAHMEN VON KUNSTHAUS AUSSERSIHL, ZÜRICH.

 

  • I+I TEXT

    Der vorgefundene allover zugemalte Ausstellungsraum wirkte düster und total abgeriegelt gegen aussen. In der Installation Lichtkörper wollte ich wieder Licht von Aussen hereinbringen. Mit Luftpolsterfolie bespannte Kuben wurden vor jedem der 5 Fenster konstruiert. Das natürliche Licht wurde durch die Luftpolsterbespannung  gefiltert, so dass diffus leuchtende Lichtkörper entstanden.  Eingelegte Neonschienen liessen die Körper nachts von aussen gesehen erleuchten. 

LEUCHTTURM 

2013
INSTALLATION IM BÜNDNER KUNSTMUSEUM, CHUR
HOLZ, DREHLAMPE, NETZANSCHLUSS, TIMER 
H 8.50 M X 70 X 70 CM

 

  • I+I TEXT

    Installation im Aussenbereich, Bündner Kunstmuseum, Chur

    (Holz, Schalungsbretter, Blitzleuchte, Timer, H 8.5 m)

    Als Auftakt zum bevorstehenden Abbruch des Sulzerbaus, der als Anbau des Bündner Kunstmuseums während vieler Jahre die Wechselausstellungen beherbergte, wird ein temporärer Leuchtturm über dem Betonsockel beim alten Treppenaufgang zur Villa Planta erstellt. Mit einem Augenzwinkern schmückt die Installation die Institution, die bezüglich Subventionen zu den kantonalen Leucht-türmen gehört, gleichzeitig begleitet sie den Auftakt zum bevor-stehenden Neubau des Kunstmuseums und schickt zur letzten Jahresausstellung sein Leuchtfeuer in Richtung Stadtzentrum.

DREHMOMENTE 

2012
INSTALLATION IM KUNSTHAUS BASELLAND, MEUBLER LA SOLITUDE 
GIPSPLATTEN, DACHLATTEN, DISPERSION

  • I+I TEXT

    «IN IHRER INSTALLATION ÜBERTRÄGT CATRIN LÜTHI K DIE SITUATION MIT DEN SÄULEN UND TRÄGERN AUF DEN BODENBEREICH. DIE SPIEGELUNG BEWIRKT, DASS OBEN UND UNTEN MITEINANDER VERSCHRÄNKT UND DADURCH NEUE ÜBERLEGUNGEN ZUM UMGANG MIT RAUM ANGESTELLT WERDEN. WICHTIG IST IN IHREN ARBEITEN DIE VERWENDUNG VON MATERIALIEN UND KONSTRUKTIONEN, DIE IMMER AUCH SICHTBAR BLEIBEN DÜRFEN UND SO DIE ILLUSIONEN NEGIEREN». (S. BAUR)

DAS HAUS

2011
VIAS D'ART PUNTRASCHIGNA / KUNSTWEGE PONTRESINA
INSTALLATION AUS SCHALTAFELN AN ABBRUCHHAUS 
 

 

  • I+I TEXT

    Allen Öffnungen des Hauses, welches zum Abriss bereitsteht, sind unterschiedlich dicke Kästen aus gelben Schalungsbrettern vorgebaut. Als ob sich die Fenster und Türen in den Luftraum hinauslehnen würden, macht sich das Haus grösser, es wächst aus sich selbst heraus in den Aussenraum und nimmt sich den Platz, der ihm eigentlich gar nicht mehr zusteht. Die gelbe Farbe unterstützt signalhaft die Raumgeste.

DER ZWISCHENRAUM

2011
VIAS D'ART PUNTRASCHIGNA / KUNSTWEGE PONTRESINA
INSTALLATION AUS SCHALTAFELN ZWISCHEN ALTEN ENGADINERHÄUSERN 
 

 

  • I+I TEXT

    Volumen als Zwischenräume mit baulichen Begrenzungen. Imposant ist die Wirkung der alten Gemäuer beidseitig der kühlen Gänge, die früher als Abflussrinnen dienten. Das Tageslicht dringt lediglich aus der Distanz von den Enden und von den Dachrändern oben als starkes Gegenlicht ein, die Silhouetten der Hausformen stehen kontrastreich im Dunkeln. Die Wörter können in beliebigen Kombinationen aneinander gereiht als Gedankensätze gelesen werden, so dass immer neue Sinn-zusammenhänge entstehen. Die Auswahl der Begriffe ist eine Botschaft von Wahrnehmungen, die aus der eindrücklichen, architektonischen Begebenheit hervorgeht. Von der Strasse aus sieht der Betrachter die ersten beiden Worttafeln zuerst nur von ihrer Rückseite, also spiegelbildlich; erst im Gang drinnen auf Höhe der Abzweigung sind alle Tafeln in allen drei Himmelsrichtungen lesbar. 

    IM RAUM     DAHINTER     LICHT     ZEIT     DUNKEL     DAZWISCHEN  AHNUNG 

WOHNZIMMER 1

2011
INSTALLATION IM SCHAUFENSTER DOCK, BASEL

FOTOPRINTS AUF GIPSPLATTEN, DACHLATTEN, KLEIDER, TEPPICH, KLEBEBAND
 

 

  • I+I TEXT

    Für dock inszeniert Catrin Lüthi K das dreiteilige Schaufenster gegen die Klybeckstrasse mit einem installativen Eingriff, bestehend aus sublimen Objekten aus Gipsplatten und Holzlatten, die das Schaufenster von Innen her abstützen, und einer grossformatigen, zweiteiligen Fotoarbeit, die aus sich heraus, sozusagen auf die Strasse hinaus wächst. Ist es eine Spiegelung, das nach Aussen gekehrte Innenleben des Gebäudes oder die Abbruchsituation des ehemaligen Kultkinos „Union“, das sich vor Jahren auf der gegenüber-liegenden Strassenseite befand?
    Dem Schaufenster kommt für einige Monate „trompe-l’oeil“-Charakter zu, und Catrin Lüthi K will damit auch auf seine eigentliche Bestimmung aufmerksam machen: Blickraum nach Innen wie nach Aussen zu sein. Zusätzlich wurden am Gebäude selbst Eingriffe vorgenommen, die erst auf den zweiten Blick sichtbar sind und die Aufmerksamkeit der Stadtwanderer herausfordern: die Normalität aus den Angeln heben und das Auge für die Besonderheiten der urbanen Topographie schärfen wollen.(Tristan Canaille, Paris-Basel, April 2011)

     

DAS HAUS UND DER WEG 

2009
KUNST AM BAU FÜR DIE SCHALTERHALLE 
DER GRAUBÜNDNER KANTONALBANK KÜBLIS
HOLZ, GIPS, STUCCO LUSTRO VENEZIANO

  • I+I TEXT

    Zwei fest in der Wand integrierte Objekte mit weiss polierter Oberfläche in Gips / stucco lustro Technik greifen reliefartig in den Raum: das Haus als kristallisierte Architekturform, der Weg als plastisch hervor-tretende Linie. Das Werk spiegelt eine archaische Sicht auf die gewachsene Tradition einer bäuerlichen Kultur, die das Landschaftsbild des Prättigaus prägt. Die Wandarbeit konzentriert das Bild einer charakteristischen Talschaft auf ihren Ursprung: das Haus und den Weg. 

TREPPENBODEN

2008
VIAS D'ART PUNTRASCHIGNA / KUNSTWEGE PONTRESINA
INSTALLATION AUS SCHALTAFELN IM ALTEN ZUGANG EINES ENGADINERHAUSES 
CA. 3 X 10 M

WELTGEFÄSS 

2009

INSTALLATION AUS RESTHOLZ 
MUSEUM IN BEWEGUNG, KÜBLIS/GRAUBÜNDEN 
WWW.DIEHASENA.CH
HÖHE CA. 3.5 M

ART&HOTEL 'HERBERGE', TEUFENTHAL / AG

2007

KUNST AM BAU WETTBEWERB, GESTALTUNG DER TRENNWAND ZWISCHEN HOTEL UND RESTAURANT

 

22 KLARE KRISTALLGLAS-KUGELN, GLASMURMELN VERSCH. GRÖSSEN UND FARBEN, FEINPUTZ MIT PURPURFARBANSTRICH

ARCHITEKTUR / UMBAU: CHRISTIAN HUMBEL

 

  • I+I TEXT

    Die leicht gebogene Zwischenwand, die den Hoteltrakt vom Restaurant trennt, wird sowohl als verbindendes wie auch als trennendes Architekturelement thematisiert:11 Durchschlagslöcher, beidseitig abgeschlossen mit eingesetzten Glaskugeln, lassen das Licht durchschimmern und gewähren den fokussierten Blick auf die andere Seite. In den seitlichen Wandbereichen im Restaurantteil, wo die Rückseite der Wand nicht frei liegt, werden lediglich kleinere Glas-murmeln als farbige Wandtupfer eingelassen. Die Streuung der Kugeln rhythmisiert die dunkel eingefärbte Wandfläche. Das Erlebnis des Durchblicks und der Verzerrungen, der Widerschein von Licht und Bewegung auf den Halbkugeln begleiten den Gast im Vorbeigehen. (Farb-gestaltung in Zusammenarbeit mit Christine Dürr)

     

BOÎTE DE TRÉSOR 

2003
GARTENHAUS IN BELPRAHON (PRIVATBESITZ): KONSTRUKTION AUS WISA-COMBI PLATTEN ALS RÜCKBAU AUS DER INSTALLATION «HERZ BAU WERKE» (BÜNDNER KUNSTMUSEUM CHUR 2001)
3.60 M X 4.40 M, H 2.40 – 2.70 M

IM HAUS 

2003

INSTALLATION IM KUNSTHAUS BASELLAND, REGIONALE 4

HOLZLATTEN, BETONMODELL AUF STYROFOAM-SOCKEL

  • I+I TEXT

    ...«CATRIN LÜTHI K REAGIERT AM UNMITTELBARSTEN AUF DIE ARCHITEKTUR DES KHBL, INDEM SIE DEN GESAMTEN TREPPENRAUM INS UG ALS ZUM BAU AUSGESTECKTES GEBÄUDE FINGIERT. HINZU FÜGT SIE IM MASSSTAB 1:20 DAS BETONMODELL DES GEDACHTEN GEHÄUSES, WELCHES GLEICHZEITIG DAS NEGATIV UND DAS POSITIV ABBILDET. (SABINE SCHASCHL-COOPER)

RÄNNE

2000
PLATZGESTALTUNG IM WERK / RENNENFELD, USTER (ZH)
WETTBEWERB
SCHWARZER BETONKEIL MIT EINGELASSENEN GLASBUCHSTABEN, BELEUCHTET. 
36 M LANG, 50 CM BREIT, 0 – 50 CM HOCH

  • I+I TEXT

    Die landschaftliche Begebenheit und die historische Entwicklung des Ortes waren für die Projektidee „RÄNNE“ ausschlaggebend. Eine 36 Meter lange und 50 cm schmale schwarze „Betonränne“ führt diagonal in den freien Platz zwischen Wohnbau Siedlung und Musikcontainer (Schweizer Jazzmuseum). Als flacher Keil steigt das Element aus dem Kiesboden an und endet in Richtung Wohnsiedlung auf Sitzhöhe. In die Oberfläche im höchsten Bereich sind Glasbuchstaben zum Wort RÄNNE eingelassen; eine integrierte Elektroinstallation beleuchtet nachts das Wort sowie einen Glasschlitz an der abschliessenden Stirnseite der Rampe. Die oberflächliche Mittelachse ist als vertiefte U – Rinne geformt. (Nach Zerstörung der Glasbuchstaben wurden die Buchstaben- Intarsien durch Andeerer Granit ersetzt).

    Die Ortsbezeichnung Rennenfeld, Rännefäld ist alter Flurname, wo ehemals Acker und Hanfland war. Ränne = Rinne, Wasserrinne. Die diagonale Ausrichtung der schwarzen „Betonränne“ nimmt Bezug zum Gebiet „Brunnen“ und zum heutigen Reservoir Hasenbüel.

    Die Bezeichnung „Im Werk“ erinnert an das ehemalige Elektrizitätswerk, das für die öffentliche Beleuchtung der Stadt Uster gebaut wurde. Auf dem Platz des Wettbewerb-Perimeters lagerte früher einmal das Material einer Stahlfirma auf langen Betonschwellen.

    Die RÄNNE ist für die Bewohner Sitz – und Spielobjekt, der Regen wird in der Rinne abfliessen und wieder an die alten Rinnen im Rennenfeld erinnern.

     

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